Sonntag, 21. Februar 2016

REVIEW: Terminator Genysis



1984 machte James Cameron den bis dato noch unbekannten Arnold Schwarzenegger quasi über Nacht zum Star. In seiner Rolle als eiskalter Killerroboter, den Terminator wurde Schwarenegger zur ikonischen Kultfigur. Die Rolle war Schwarzenegger quasi auf den Leib geschrieben: Wenig Worte, dafür aber eine starke physische Präsenz. 1991 legte Cameron nach und schuf mit Terminator 2 ein tricktechnisches Meisterwerk, welches auch heute noch zu den besten Actionfilmen aller Zeiten zählt. Wieder mit von der Partie war Arnold Schwarzenegger in seiner Paraderolle des T-800, doch diesmal wurde er zum Helden der Geschichte, denn der Killerrobter hatte diesmal den Auftrag John und Sarah Conner zu beschützen. Das Terminator Franchise avancierte somit zu einem der Wichtigsten im Action- bzw. Science-Fiction Bereich, allerdings dauerte es eine ganze Weile bis 2003 mit Terminator 3 der nächste Film zu sehen war. Wieder mit Arnold Schwazenegger, versucht der Film von Jonathan Mostow den Geist der beiden Vorgänger einzufangen und ihn behutsam weiterzuführen. Das Ergebnis ist leider nicht so gut wie erhofft, denn bis auf das überraschende Ende, schafft es der Film nur mittelmäßig zu sein. Das mag u.a. auch an der Performance von Schwarzenegger liegen, denn irgendwie kommt schnell das Gefühl auf, das er etwas lieblos spielt und mit seinen Gedanken ganz woanders ist (vielleicht schon bei seiner Politikkarriere). Getoppt wird das ganze allerdings 2009 mit dem vierten Teil des Franchises Terminator - Die Erlösung. Natürlich war zu dieser Zeit klar, das Arnold Schwarzenegger die Rolle des Terminators nicht mehr ausfüllen wird. Als stattdessen die Verpflichtung von Christian Bale als John Conner bekannt wurde, keimte in mir etwas Hoffnung auf, doch leider wurde diese zerschlagen. Terminator - Die Erlösung spielt diesmal in der Zukunft und zeigt den Überlebenskampf von John Conner. Allerdings sind Stimmung und Optik so grundsätzlich gegensätzlich zu der dystopischen Zukunft aus Camerons Vision, das man sich lange Zeit fragt, was das ganze eigentlich mit Terminator zu tun hat. Auch die Besetzung von Sam Worthington als neuen Terminator war leider keine gute Idee, denn stemmen kann er die Last dieser Rolle nie. Tatsächlich ist das einzige kleine Highlight des Films, als ein T-800 mit dem computergenerierten Gesicht von Schwarzenegger auftaucht und Conner in einen kurzen Kampf verwickelt. Der Erfolg an den Kinokassen blieb aus, die Stimmen der Kritiker waren vernichtend. Lange Zeit war die Zukunft des Terminator Franchises ungewiss, bis Arnold Schwarzenegger 2011 seine politische Karriere beendete und kund tat, das er gerne noch einmal in die Rolle schlüpfen würde, die ihn berühmt gemacht hat. Nun schreiben wir das Jahr 2015 und Terminator Genisys läuft in den Kinos. Als riesiger Schwarzenegger- und Terminator Fan war ich sehr gespannt, wie der Film abschneidet und ob er Fans und Otto-Normal-Kinogänger zufrieden stellen kann. Dies versuche ich in meiner Rezension zu klären.

Der verjüngte CGI Arnold, sieht genauso bedrohlich aus wie in den 80ern

Terminator Genisys beginnt im Jahr 2029. Der Krieg der Menschen gegen die Maschienen scheint bald zu Ende zu sein, denn der Anführer der Widerstandbewegung John Conner(Jason Clarke) will einen finalen und endgültigen Schlag gegen Skynet ausführen. Dazu sollen zwei Teams gleichzeitig zuschlagen, wobei er und seine rechte Hand Kyle Reese einen Angriff auf eine unscheinbare Fabrik in Colorado anführen. Doch John Conner weiß, das sich dort die ultimative Waffe von Skynet befindet, die erste funktionierende Zeitmaschine. Beide Angriffe glücken, doch John und sein Team kommen zu spät: Skynet hat es geschafft einen Terminator zurück in das Jahr 1984 zu schicken, um Johns Mutter Sarah Conner zu töten. Kyle Reese (Jai Courtney) meldet sich freiwillig für diese Mission, doch kurz vor seinem Zeitsprung in das Jahr 1984 sieht er, wie John von einer fremden Person angegriffen wird. Im Jahr 1984 angekommen wird der Terminator Modell T-800 aber bereits erwartet und zwar von einem anderen Terminator des gleichen Modells, der nur viel älter zu sein scheint. Der Killerroboter wird daraufhin terminiert. Währenddessen trifft Kyle Resse auf den T-1000 der aus Flüssigmetall besteht. Diesem Gegner nicht gewachen wird er von Sarah Conner (Emilia Clarke) und dem älteren Terminator Modell (Arnold Schwarzenegger) gerettet. Die einstige, bekannte Zeitlinie existiert nicht mehr, denn Sarah sollte bereits mit 9 Jahren von einem Terminator vernichtet werden. Zu diesem Zeitpunkt tauchte auch der andere Terminator, den sie Paps nennt, auf und beschützt sie seitdem. Zusammen haben sie auf die Ankunft von Kyle Reese gewartet, um mit einer selbst gebauten Zeitmaschine die Zukunft endgültig zu ändern.
Puuh, klingt verwirrend?! Ist es auch ein wenig, doch vor allem wer Terminator 1 und 2 in- und auswendig kennt, hat im ersten Drittel des Films eine ganze Menge Spaß. Denn im Prinzip werden die Ereignisse aus Terminator 1 an vielen Stellen 1:1 neu erzählt. Die Schauplätze und Dialoge sind bis zu einem gewissen Punkt identisch und das macht einfach eine menge Spaß. Das Highlight im ersten Drittel ist der Kampf der beiden Terminatoren oder besser gesagt Arnie alt gegen Arnie jung. Das junge Terminator Modell wurde teilweise aus alten Szenen und teilweise am Computer erstellt, sieht aber verdammt gut aus. Und wenn Arnie alt die Szene betritt und seinen ersten coolen Oneline "Ich hab auf Dich gewartet" loslässt, ist das schon fast eine Gänsehaut Moment.

Emilia Clarke gibt sich alle Mühe, in die toughen Fußstapfen von Linda Hamilton zu treten.

Auch Sarah Conner alias Emilia Clarke mischt ganz schön mit und weiß sich ihrer Haut zu wehren. Aus der verängstigten und schüchternen Sarah Conner aus Terminator 1 ist nichts mehr übrig. Die Zeit mit dem alten Terminator hat aus Sarah Conner eine Kriegerin gemacht, ganz zur Verwunderung von Kyle Reese. Hier musste ich übrigens ein paar Mal schlucken, denn Kyle Reese alias Michael Biehn war in Terminator 1 eine verdammt coole Sau, ein Soldat und Kämpfer durch und durch der eine Situation mit dem nötigen Kalkül angeht. Davon ist bei dem neuen Kyle Reese überhaupt nichts mehr zu spüren. Okay, man mag ihm nachsehen, das er etwas verwirrt sein mussn aufgrund der neuen Ereignisse. Jai Courtney schafft es in meinen Augen aber, Reese zu einer nervigen Witzfigur zu degradieren. Ganz anders dagegen Emilia Clarke, der man die Rolle der toughen Sarah Conner durchaus abnimmt. Und dann wäre da natürlich noch Arnold Schwarzenegger himself und wow, was legt er für eine geile Performance hin. Während man in Terminator 3 noch irgendwo das Gefühl hatte, Arnie ist die Rolle des Terminators langsam leid, so dreht er in Terminator Genisys voll auf. Schwarzenegger IST einfach der Terminator und erweitert seine Rolle sogar um einige Facetten. Die Jahre die der Terminator mit Sarah verbracht hat, sind nämlich nicht spurlos an der Maschine vorüber gegangen, so hat er z.B. gelernt Witze zu machen und (wenn auch nicht perfekt) menschliche Emotionen nachzuspielen. Auf der anderen Seite ist er aber weiterhin ein Roboter und so kommen einige echt lustige Momente zustande, wenn Schwarzenegger in seiner kühlen Roboterart mehrmals nachfragt ob Sarah und Kyle sich schon "gepaart" haben.
Wenn wir über einen Terminator Film sprechen, dann muss natürlich auch die Action stimmen und das ist in Terminator Genisys der Fall. Es fängt natürlich bei den wuchtigen Mann gegen Mann Duellen des Terminators an, die sehr intensiv rüberkommen. Aber es gibt natürlich auch eine Menge Geballer und das mit jedem Kaliber, was man sich so vorstellen kann, von fetten Explosionen ganz zu schweigen. Sehr geil ist die Falle, die Sarah und Arnie dem T-1000 gestellt haben, um ihn final zu vernichten, aber an dieser Stelle verrate ich nicht zu viel. Natürlich gibt es auch wieder einige Verfolgungsjadgen, denn auch das gehört irgendwie in einen Terminator Film. Diesmal geht es hoch in die Luft mit zwei Helikoptern, denn irgendwie musste man ja die Verfolgungsjagd im Mega-Kran aus Terminator 3 überbieten. Ohne Zweifel: Die Action im neuen Terminator stimmt!
Tricktechnisch kann ein Terminator heutzutage natürlich keine bahnbrechenden Effekte mehr präsentieren, aber zumindest kann er "State of the Art" sein und uns einige gute bis sehr gute Effekte präsentieren. Auch diesen Punkt können wir auf der Checkliste beruhigt abstreichen. Als Highlights bertrachte ich ohne Zweifel den computergenerierten "jungen" Arnie, den T-1000 der noch verrücktere Dinge mit seinem Flüssigkörper anstellt und den eigentlichen Hauptgegner (den ich an dieser Stelle nicht verrate), der auch optisch einiges auf den Kasten hat. Natürlich sind in der CGI Zeit nicht mehr alle Explisionen echt und das ist natürlich etwas schade. Ich mag handfeste Effekte noch immer deutlich mehr, als wenn diese am Rechner erstellt werden. Aber gut, das ist jammern auf hohem Niveau.

Der gealterte Terminator, wird von Sarah liebevoll Pops genannt.


Kommen wir zu den Dingen, die mir nicht ganz so gut gefallen haben, wobei ich einen Punkt bereits angesprochen habe. Ich halte die Besetzung von Jai Courtney als Kyle Reese für einen absoluten Fehlgriff. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wer diese Entscheidung getroffen hat, denn nach seiner Performance in Stirb Langsam 5, konnte man doch eigentlich schon erahnen, das aus dieser Pfeife nix wird. Okay, das sind vielleicht ziemlich harte Worte, aber so denke ich nunmal. Courtney schafft es in keiner Sekunde den Charakter Kyle Reese auch nur ansatzweise sympatisch rüberzubringen. Außerdem passt Courtney mit seiner stemmigen Figur schon rein physisch nicht zu Kyle Reese, was mich extrem gestört hat. Hier hätte ich diverse andere Kandidaten lieber gesehen. Was mir ebenfalls nicht ganz so gut gefallen hat war, das sich Regisseur Alan Taylor in der ganzen Zeitreise-Thematik etwas verirrt hat und hier einige krasse Logiklöcher zu finden sind. Ja natürlich sprechen wir hier über einen Actionfilm, aber nichtsdestotrotz waren in den anderen Terminator Filmen die Zeitlinien nachvollziehbar und vergangene und zukünftige Ereignisse irgendwie klar. In Terminator Genisys gibt es aber nun mehrere Zeitlinien, die parallel existieren, so kann sich Reese auf einmal an zwei mögliche Vergangenheiten erinnern - WTF? Und dem Ganzen wird auch noch die Krone aufgesetzt, als der Terminator das ganze mit diffusen Begriffen wie "Zeitmatrix" versucht zu erklären. Da raucht nicht nur das Gehirn, nein viel schlimmer ist es, dass das ganze unfreiwillig komisch rüberkommt. Andere Zeit Paradigmen werden stattdessen mit banalen Erklärungen vom Tisch gefegt. Ohne zu viel zu spoilern verweise ich auf den Satz "Wir sind Gestrandete der Zeit"....hä?
Nunja, es ist wie es ist und so will ich Terminator Genisys diese kleinen Fehler verzeihen. Im Grunde bin ich mehr als zufrieden aus dem Kinosaal rausgekommen. Ich hatte wirklich schlimmeres erwartet und befürchtet das der Film auf einem ähnlichen Niveau wie Terminator 3 spielt. Um das nochmal klar zu stellen, ich fand Terminator 3 nicht schlecht, aber er war eben auch nicht besonders gut. Terminator Genisys schafft es aber spielend den dritten Teil zu überflügeln und den völlig vermurksten vierten Teil vergessen zu lassen. Genisys ist ein toller Actionfilm, mit vielen sehenswerten Momenten und grandioses Popocorn-Kino. Für alle Terminator und Schwarzenegger Fans (wie mich) ist er aber noch eine ganze Menge mehr. Mit seinen vielen, kleinen Anspielungen und Verbeugungen vor Terminator 1 und 2 ist er quasi das El Dorado für Fans und man bekommt an vielen Stellen wirklich ein zufriedenes Lächeln auf´s Gesicht gezaubert. Und auch Arnold Schwarzenegger "is back" und verkörpert die Rolle absolut großartig. Zugegeben, er trägt über weite Strecken den Film mit dieser tollen Performance, aber das empfinde ich als nicht schlimm, denn eine Terminator Film ohne Arnie funktioniert in meinen Augen nun einmal nicht.

Mein Fazit fällt dementsprechend überraschend positiv aus. Alle Terminator- und Schwarzenegger Fans da draußen sollten sich den Film unbedingt anschauen und nicht entgehen lassen. Hier gibt es eine ganze Menge zu sehen, viele nostalgische Momente und eine ganze Menge Spaß. Glaubt mir, ihr werdet nicht enttäuscht sein. Aber auch für "normale" Actionfans kann ich Terminator Genisys empfehlen, denn auch an Schauwerten mangelt es dem Film nicht.





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